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Erasmus Vilnius 4 – Die Universitätsbibliothek und die Bibliothek von Olandu / The University Library and the Library of Olandu

Wie bereits erwähnt, haben die Zimmer der Wohnheime nur einen Tisch, egal, ob es sich um ein Zweibett- oder ein Dreibettzimmer handelt. Irgendwo musste ich aber meine Masterarbeit schreiben, nach einem Tag auf dem Bett hatte ich Rückenschmerzen. Also bin ich zur alten Universität gelaufen. Dabei kam ich durch das schöne Künstlerviertel Uzupis über diesen Fluss:

Über eine Brücke mit Liebesschlössern an dieser Kirche vorbei:

Kurze Zeit später erreichte ich das wunderschöne Universitätsgebäude, von dem ich bisher nur dieses recht düstere Foto habe:

Wer sich von der Schönheit der Universitätsbibliothek beeindrucken lassen möchte, sollte diese virtuelle Führung durchgehen:

https://turas.mb.vu.lt/#!startscene=centrines_bibliotekos_pastatu_ansamblis

Ich kam in das Foyer zu zwei Empfangsdamen. Die eine wollte mein Impfzertifikat sehen, die andere stand an der automatischen Schranke, an die ich offenbar eine Karte halten sollte, um hereinzukommen. Ich hatte meinen Studierendenausweis aber noch nicht bekommen, habe ich auch heute noch nicht. Wir warten alle darauf, dass die Website der Beantragung wieder funktioniert. Oder auf eine Antwort auf unsere hilfesuchenden Mails diesbezüglich. Ab der Beantragung soll es angeblich noch einige Wochen dauern.

Die Dame an der Schranke sagte, dass ich diesen Ausweis bräuchte. Ich erklärte ihr meine Lage und sie war nett und ließ mich durchtreten. Ich schätze, dass es sich dabei aber um eine Ausnahme handelte. Zwei Stunden hatte ich in dieser wunderschönen Bibliothek, wobei ich in diesem Saal arbeitete:

Dann bekam ich Hunger und suchte eine Mensa. Auf Google Maps war im Gebäudekomplex der alten Universität eine eingezeichnet gewesen, sie schien jedoch nicht zu existieren. Ich fragte eine junge Frau und sie antwortete: „No, not here. Everything is closed.“

Fragt sich, ob wegen Corona, oder weil das Semester noch nicht richtig begonnen hatte. Ich suchte die Innenstadt nach etwas Schnellem auf die Hand ab, fand aber nichts. Schließlich landete ich in Uzupis in einem Restaurant, wo ich draußen saß und auf den mediterrangefärbten Straßenplatz blickte, der vermutlich das Zentrum von Uzupis bildet. Ich wählte ein litauisches Gericht, das ich als Geschmackssache befand: Womöglich hausgemachte, viereckige Nudeln in Sahnesoße mit einer besonderen Art von Speck bestreut.

Wo einen Tisch finden? Ich googelte nach anderen Bibliotheken, aber die waren offenbar alle geschlossen oder enthielten keine Sitzgelegenheiten. Besorgt ging ich zum Wohnheim zurück. Nur ein Tisch. War das zu viel verlangt?

Später sagte meine Zimmergenossin mir, dass sie gehört hatte, dass es im Keller eine Bibliothek innerhalb des Wohnheims gäbe. Darin ständen vielleicht vier Tische, aber besser als nichts. Am nächsten Tag ging ich in den Keller. Ein bisschen gruselig war das schon. Ich traute mich nicht, hinter den Türen zu schauen. Nur eine stieß ich auf und ausgerechnet dahinter saß der Hausmeister.

„I’m looking for a library“, sagte ich.

Der Hausmeister führte mich in den Waschraum. Hier war die Bibliothek offenbar nicht.

Wieder im Erdgeschoss, sah ich dann eine Tür neben der Administration, hinter der Drehtür, hinter die ich noch nicht gesehen hatte. Mit dem Schlüsselchip ging ich durch die Drehtür und zog diese Tür auf. Was ich sah, freute mich zutiefst.

Das ist mein neuer Ort zum Arbeiten. Hier stehen immerhin neun Tische, keine vier. Morgens scheint die Sonne in den Raum und er ist einen Tick wärmer als die anderen Räume dieses Wohnheims. Noch bin ich höchstens bis auf eine andere Person die einzige hier. Wenn sich dieser Raum herumspricht und die Leute studieren müssen, wird sich das sicher ändern. Dann werde ich morgens eine der ersten sein müssen.

As already mentioned, the dorm rooms have only one table, no matter if it is a twin or a triple room. But somewhere I had to write my master thesis, after one day on the bed I had back pain. So I walked to the old university. In the process, I passed through the beautiful artists‘ quarter of Uzupi across this river:

Over this bridge with love locks past this church:

A short time later I reached the beautiful university building, of which I only have this photo so far:

If you want to be impressed by the beauty of the university library, you should go through this virtual tour:

https://turas.mb.vu.lt/#!startscene=centrines_bibliotekos_pastatu_ansamblis

I walked into the foyer to two receptionists. One wanted to see my vaccination certificate, the other was standing at the automatic barrier where I was apparently supposed to hold a card to get in. However, I had not yet received my student ID card, still have not. We are all waiting for the application website to work again. Or for an answer to our help-seeking mails regarding this. It is supposed to take a few more weeks from the time of application.

The lady at the gate said that I needed this pass. I explained my situation and she was nice and let me step through. I guess this was an exception though. I had two hours in this beautiful library, working the room:

Then I got hungry and went looking for a dining hall. There had been one marked on Google Maps in the building complex of the old university, but it didn’t seem to exist. I asked a young woman and she replied, „No, not here. Everything is closed.“

Wonder if because of Corona, or because the semester hadn’t really started yet. I searched downtown for something quick on hand, but found nothing. Finally, I ended up at a restaurant in Uzupis, sitting outside and looking out over the Mediterranean-colored street square that is presumably the center of Uzupis. I chose a Lithuanian dish that I found to be a matter of taste: Possibly homemade square pasta in cream sauce sprinkled with a special kind of bacon.

Where to find a table? I Googled other libraries, but they were apparently all closed or contained no seating. Concerned, I went back to the dorm. Only one table. Was that too much to ask for?

Later, my roommate told me that she had heard that there was a library in the basement within the dorm. There were maybe four tables in there, but it was better than nothing. The next day I went to the basement. It was a little creepy. I didn’t dare look behind the doors. I only pushed one open and behind it sat the janitor, of all people.

„I’m looking for a library,“ I said.

The janitor led me into the washroom. Here, apparently, the library was not.

Back on the first floor, I then saw a door next to the administration, behind the revolving door, behind which I had not yet seen. Using the key chip, I went through the revolving door and pulled that door open. What I saw delighted me to the core.

This is my new place to work. After all, there are nine desks here, not four. The sun shines into the room in the morning, and it’s a touch warmer than the other rooms in this dorm. I’m still the only one here, at most, except for one other person. When word gets out about this room and people have to study, I’m sure that will change. Then I will have to be one of the first in the morning.

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