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Erasmus Vilnius 22 – Quarantänetagebuch / Quarantine diary

See below for the English version.

I Mittwoch, 13.10.2021

Nach der Morgendusche habe ich die Fenster geöffnet und mich auf die Fensterbank gesetzt. Eine Frische zwischen Winter und Herbst, Morgen und Nacht strömte mir entgegen. Das ist von nun an nicht nur mein Schreibtisch, sondern auch mein Balkon.

Der Ausblick aus dem anderen Fenster unterscheidet sich nicht wesentlich, obwohl mir der Raum groß vorkommt:

Im rechten Fenster spiegelte sich eine Kirche. Lag sie weiter rechts außer Sichtweite oder konnte ich sie am anderen Fenster sehen? Ich ging zurück zum linken Fenster und sah sie in Wirklichkeit:

Um 9 Uhr klopfte es das erste Mal und ich konnte mir mein Frühstück vom Stuhl vor der Tür nehmen.

Schinken-Käse-Croissants. Nicht übel. Kaffee gehört zu den Dingen, die ich einfach nicht zu mir nehmen kann. Das letzte Mal, als ich es probiert hatte, musste eine Freundin den von mir total versüßten Milchkaffee trinken, ich konnte es beim besten Willen nicht. Aber vielleicht würde ich den Kaffee diesmal kaum schmecken. Vielleicht schmeckte Kaffee unscharf sogar gut. Ich nippte daran und verschluckte mich unheimlich. Wer mich in dem Moment husten hörte, muss gedacht haben, ich ersticke. Für ein paar Sekunden dachte ich es selbst.

Ich bekam die Nummer eines Krankenhauses (+37052342515) für die medizinische Beratung, registrierte mich dort und eine Ärztin rief zurück. Sie fragte nach meinen Symptomen.
Ein bisschen Schnupfen, etwas weniger Geschmack, alle zwei Stunden Nase putzen.
Die Ärztin kündigte an, morgen noch einmal anzurufen und mir die Dauer der Quarantäne zu verraten.

Die Erasmuskoordinatorin der Universität Vilnius schickte mir eine E-Mail mit einem Formular zur Kostenübernahme. Ich füllte es aus und schickte es ihr mit der Hotelrechnung zurück.

Bei der Corona-Warnapp forderte ich eine TAN an, um mein positives Ergebnis einzutragen und andere zu warnen. Die litauische Warnapp und die deutsche Warnapp tauschen Daten aus. Ein paar Menschen sind wegen mir jetzt gerade bestimmt ein bisschen besorgt, besonders die aus dem vollen James-Bond-Kinosaal letzte Woche Dienstag. Zum Glück hatte ich die ganze Zeit über die Maske auf.

Dann ging es an die Arbeit. Arbeit und Struktur, wie Wolfgang Herrndorf es tat. Gut, dass ich meine Masterarbeit hab. Das kürzlich erhaltene Feedback meiner Betreuerin fordert viel Überarbeitung, viel neue Struktur.

Die festen Essenszeiten geben Struktur. Mittagessen gibt es um 13 Uhr, Abendessen um 18 Uhr.

Mittagessen: Gulaschsuppe, Apfel und Plätzchen. Die Suppe muss stark gewürzt gewesen sein, ich schmeckte sie gut. Und aus den Plätzchen schmeckte ich Zimt heraus.
Abendessen: Nudelsalat und Studentenfutter.

Nach 18 Uhr mache ich etwas Schönes. Harry Potter lesen, Kontakte pflegen, Netflix schauen. Blog schreiben.

II Donnerstag, 14.10.2021

In Quarantäne vergeht die Zeit schneller. Zwischen Frühstück und Mittagessen lagen gefühlt zwei, zwischen Mittagessen und Abendessen dreieinhalb Stunden.

Wieder Croissants, diesmal mit Tomate-Mozzarella.
Schon das zweite Mal in diesem Monat, dass ich Karottensaft trinke. Scheint in Litauen in zu sein.
Ich esse Bananen sonst nie abends. Bananen sind für mich typisches Frühstück.

Die Suppe tat gut. Ich bekomme alle Nährstoffe, die mir in den letzten eineinhalb Monaten vielleicht gefehlt haben. Muss nicht kochen und kann stattdessen ohne längere Unterbrechungen arbeiten. Die Portionen sehen klein aus, sind sie aber nicht. Heute Morgen bin ich mit einem vollen Bauch aufgewacht. Hoffentlich gibt es morgen nicht noch mal Croissants. Vor meinem Fenster spielten sich heute zwei Schauspiele ab:

Regenbogen.
Heißluftballons. Viel größer, als sie hier aussehen.

Die Ärztin hat noch mal angerufen und gefragt, ob ich huste. Ich habe leider ja gesagt (obwohl ich nicht viel mehr huste als sonst). Jetzt ruft sie morgen noch mal an und sagt dann hoffentlich etwas zur Quarantänedauer.

III Freitag, 15.10.2021

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal jede Mahlzeit fotografieren würde, aber sie sind zu den besonderen Reizen des Alltags geworden, Überraschungen, über die ich mich immer wieder freue. Heute Morgen gab es neben Reis wieder eine braune Papiertüte – und heute war ein Küchlein darin. Und: Ich meine, etwas von der Schokoladenglasur am Boden geschmeckt zu haben! Der Appetit auf Schokolade ist aber noch nicht wieder zurückgekehrt. Meine Theorie: Sowohl die Stelle im Gehirn, die für das Schmecken von Schokolade verantwortlich ist, als auch die, wo Schokolade repäsentiert ist, ist bei mir angegriffen. Vielleicht handelt es sich auch um ein gemeinsames Areal, da habe ich in Wahrnehmungspsychologie nicht gut genug aufgepasst, es wieder vergessen oder es wurde nicht erwähnt (für Riechen und Schmecken hatte es eine gemeinsame Vorlesung gegeben, während Sehen in etwa zehn Vorlesungen behandelt wurde, Hören in zwei und Tasten in einer eigenen).

Frühstück. Das Hotel hat wieder vergessen, dass ich keinen Kaffee trinke. Ich habe ihn noch mal probiert, einfach, um zu schmecken, dass ich noch am Leben bin. Hat funktioniert.

Das hier könnte auch ein Kloster sein, aber ich bin leider kein Mönch, der weiß, wie man auf einen Apfel am Abend hinmeditiert. Ich habe die Heizung umgestellt, so wird der Raum insgesamt zwar weniger warm, dafür ist es an der Fensterbank, wo ich die meiste Zeit sitze, wie am Kamin (an den Schienbeinen ist es trotzdem kühl, aber notfalls habe ich zwei Bettdecken):

Heizung.

11:30. Gerade hat die „Ärztin“, die sich als Arzthelferin herausgestellt hat, angerufen und gesagt, dass heute der letzte Tag der Quarantäne sei (10 Tage nach Beginn der Symptome). Dann habe ich gefragt, was denn mit dem schon gebuchten und von der Uni gezahlten Hotel ist, wie ich herauskomme, ob sie mir das Dokument zur Bescheinigung der beendeten Isolation zuschicken könnte. Und die Arzthelferin hat eine Minute lang mit der Ärztin gesprochen. Wieder am Apparat, meinte sie, die Ärztin hielte es zur Sicherheit doch für angebracht, mich 10 Tage seit dem Test in Quarantäne zu lassen (bis zum 21.10.). Am Montag rufe sie noch einmal an und kläre bis dahin, wie ich meinen Freifahrtschein bekomme. Das digitale Covid-Certifikat der EU, das meine Genesung bestätigt, könne ich für 31 Euro in der Klinik abholen, weiß noch nicht, ob es mir das wert ist. Ein solches habe ich ja schon wegen meiner Impfung und in einem halben Jahr lasse ich mich auf jeden Fall noch mal impfen. Ich bin so froh, schon ein paar Antikörper gehabt zu haben. Aber ich hätte frei sein können. Da hilft nur, es positiv zu sehen: Hier bekomme ich kostenloses, gutes Essen und habe einen Ort der Ruhe, ein sauberes Bad – und so etwas wie einen eigenen Schreibtisch.

IIIII Sonntag, 17.10.2021

Gestern konnte ich nicht an den Laptop und schreiben. Ich lag den ganzen Tag im Bett und habe zwischendurch mit Mühe versucht, ein paar Übungen gegen die Rückenschmerzen zu machen. Entweder war es das Virus oder die Lachsquiche am Vortag. Mit Essensfotos ist es jedenfalls vorbei. Ich habe mehrfach gewürgt, aber es kam nichts. Richtig übergeben habe ich mich seit der sechsten Klasse nicht mehr. Mir ist immer noch etwas übel und schwummrig, ich habe Wasser verloren, aber wurde mit Banane, Zwieback, Mineralwasser, Cola und purem Reis gut versorgt. Es geht mir schon besser. Wenn der Körper mit etwas kämpft, wird es zumindest nicht langweilig. Jetzt heißt es wieder: Arbeit und Struktur.

IIIIII Montag, 18.10.2021

Heute Morgen bekam ich ein Stück Zartbitterschokolade und habe die Schokolade geschmeckt. Später allerdings auch ein Stück Mango und es schmeckte nicht so schlecht, wie mir Mango normalerweise schmeckt. Und ein Stück Käse, eine Mischung aus Ziegenkäse und Mozzarella, ganz schön viel davon, aber es schmeckte nicht fett und ungesund, wie jeglicher Käse eigentlich schmeckt.

Und beim besten Willen, ich kann tagsüber nicht mehr in diesem Bett liegen. Am Schreibtisch sitzen ist weniger frustrierend, aber auch das tut weh. An der Masterarbeit zu verzweifeln ist besser, als an der Quarantäne zu verzweifeln. Mir dumm vorzukommen besser, als mich krank zu fühlen. Kognitive Fähigkeiten nehmen mit den körperlichen ab, aber mich auf Körperliches zu fokussieren macht mir Angst, während das Vergessen zu mehr Gelassenheit beitragen könnte. Diese Woche habe ich gleich zwei Onlinekurse vergessen (das ist mir noch nie passiert). Es ist schon passiert, dass ich nicht dazu kam, einer Freundin sonntags zu schreiben, aber bewusst war mir das immer. Gestern habe ich keine Sekunde daran gedacht. Und ein Treffen mit einer Schreibgruppe Freitagabend, in das ich mich zwei Tage vorher eingetragen hatte, habe ich auch verpasst (es ist mir gestern wieder eingefallen).

Die letzten beiden Nächte habe ich nachts stark geschwitzt, ich hoffe, damit ist es bald vorbei. Kennt jemand Bücher, die in Gefangenschaft geschrieben wurden? Ich kenne „Der ungeheure Raum“ von E.E. Cummings, habe es aber leider nicht dabei. Jemand hat mir die Schachnovelle von Stefan Zweig empfohlen. Vielleicht recherchiere ich das morgen…

IIIIIII Dienstag, 19.10.2021

Der Mond ist aufgegangen, die Heißluftballons steh’n.

IIIIIIII Mittwoch, 20.10.2021

Letzter Tag der Quarantäne. Eben habe ich die zweite Version meiner Masterarbeit finalisiert. Danach die Klamotten in den Koffer geworfen. Mir geht es wieder gut. „Stop Making This Hurt“ von den Bleachers. Quarantänedisco mit Kopfhörern. Rouladen zum Mittagessen, Kuchen zum Abendbrot. Wo ist das Feuerwerk, das ich an so vielen Abenden gehört habe?

Vorhin piepte mein Handy: „Notfallbenachrichtigung: Extrem“. Der Text dahinter auf Litauisch. Ich hab einen Schreck bekommen. Bombenalarm? Dann die Übersetzung: „Sehr windiges Wetter wird am 21.-22. Oktober erwartet. Bitte pass auf deine Sicherheit und die Sicherheit deiner Verwandten auf.“ Ich habe hier keine Verwandten. Draußen wartet die Unsicherheit.

„Oh God, we barely survived
Stop making this hurt
Just say goodbye like you mean it“

Morgen landet jemand für mich wie Schicksal – vermutlich nicht sanft.

I Wednesday, 13.10.2021

After my morning shower, I opened the windows and sat down on the windowsill. A freshness between winter and autumn, morning and night flowed towards me. From now on, this is not only my desk, but also my balcony.

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The view from the other window is not much different, although the room seems large to me:

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A church was reflected in the right-hand window. Was it further out of sight on the right or could I see it at the other window? I went back to the left window and saw her for real:

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At 9 o’clock there was the first knock and I could take my breakfast from the chair in front of the door.

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Ham and cheese croissants. Not bad. Coffee is one of those things I just can’t have. The last time I tried it, a friend had to drink the latte I had totally sweetened, I couldn’t for the life of me. But maybe this time I would barely taste the coffee. Maybe coffee fuzzy actually tasted good. I sipped it and choked eerily. Whoever heard me cough at that moment must have been thinking of Corona. For a few seconds I thought I couldn’t breathe.

I got the number of a hospital (+37052342515) for medical consultation, registered there and a female doctor called back. She asked about my symptoms.
A bit of a cold, a bit less taste, every two hours….
Do you need to rest?
No, do I need to blow my nose.
The doctor announced that she would call again tomorrow and tell me the duration of my quarantine.

The Erasmus coordinator at Vilnius University sent me an email with a form to cover the costs. I filled it out and sent it back to her with the hotel bill.

At the Corona Warnapp, I requested a TAN to enter my positive result and warn others. The Lithuanian Warnapp and the German Warnapp exchange data. A few people are definitely a bit worried about me right now, especially those from the packed James Bond cinema last week Tuesday. Luckily I had the mask on the whole time.

Then it was time to get to work. Work and structure, like Wolfgang Herrndorf did. Good thing I have my master’s thesis. The feedback I recently received from my supervisor calls for a lot of revision, a lot of structure.

The fixed meal times provide structure. Lunch is at 1 pm, dinner at 6 pm.

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Lunch: Goulash soup, apple and biscuits. The soup must have been strongly spiced, I tasted it well. And I tasted cinnamon from the biscuits.
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Dinner: Pasta salad and trail mix.

After 6pm I do something nice. Reading Harry Potter, socialising, watching Netflix. Writing a blog.

II Thursday, 14.10.2021

Time passes more quickly in quarantine. It felt like two hours between breakfast and lunch, and three and a half between lunch and dinner.

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Croissants again, this time with tomato-mozzarella.
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This is the second time this month that I’ve had carrot juice. Seems to be in in Lithuania.
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I never eat bananas in the evening. Bananas are a typical breakfast for me.

The soup did me good. I get all the nutrients I might have been lacking in the last month and a half. Don’t have to cook and instead can work without long interruptions. The portions look small, but they are not. I woke up this morning with a full belly. Hopefully we won’t have croissants again tomorrow. Two spectacles took place outside my window today:

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Rainbow.
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Hot air balloons. Much bigger than they look here.

The doctor called again and asked if I was coughing. I said yes, unfortunately (although I’m not coughing much more than usual). Now she’ll call again tomorrow and hopefully say something about the duration of quarantine.

III Friday, 15.10.2021

I never thought I would photograph every meal, but they have become the special charms of everyday life, surprises that I am always happy about. This morning there was another brown paper bag next to rice – and today there was a little cake in it. And: I think I tasted some of the chocolate icing on the bottom! But the appetite for chocolate has not yet returned. My theory is that both the part of the brain responsible for tasting chocolate and the part where chocolate is represented are affected. Maybe it’s a common area, I didn’t pay enough attention in perception psychology, forgot about it again or it wasn’t mentioned (there was a common lecture for smelling and tasting, while seeing was covered in about ten lectures, hearing in two and touch in one of its own).

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Breakfast. The hotel forgot again that I don’t drink coffee. I tried it again, just to taste that I was still alive. It worked.

This could also be a monastery, but I’m afraid I’m not a monk who knows how to meditate on an apple in the evening. I changed the heating, so the room is less warm overall, but at the windowsill, where I sit most of the time, it’s like a fireplace (it’s still chilly at the shins, but I have two duvets in case of need):

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Heating.

11:30 a.m. The „doctor“, who turned out to be a doctor’s assistant, just called and said that today is the last day of quarantine (10 days after the onset of symptoms). Then I asked what was going on with the hotel that had already been booked and paid for by the university, how I was going to get out, whether she could send me the document certifying that the isolation had ended. And the receptionist spoke to the doctor for a minute. Back on the phone, she said that, just to be on the safe side, the doctor thought it would be a good idea to keep me in quarantine for 10 days since the test (until 21.10.). She said she would call again on Monday to find out how I could get my driving licence. I can pick up the digital Covid certificate from the EU, which confirms my recovery, for 31 euros at the clinic, but I don’t know if it’s worth it. I already have one because of my vaccination and in six months I will definitely have another vaccination. I’m so glad to have had some antibodies already. But I could have been free. The only thing that helps is to look on the bright side: Here I get free, good food and have a place to rest, a clean bathroom – and something like my own desk.

IIIII Sunday, 17.10.2021

Yesterday I couldn’t get to the laptop and write. I lay in bed all day and in between tried with difficulty to do some exercises against the back pain. Either it was the virus or the salmon quiche the day before. Anyway, it’s over with food photos. I choked several times, but nothing came. I haven’t really thrown up since sixth grade. I’m still a bit nauseous and dizzy, I’ve lost water but have been well fed with banana, rusk, mineral water, cola and plain rice. I am feeling better already. When the body is struggling with something, at least it doesn’t get boring. Now it’s back to work and structure.

IIIIII Monday, 18.10.2021

This morning I got a piece of dark chocolate and tasted the chocolate. Later, though, also a piece of mango and it didn’t taste as bad as mango usually tastes to me. And a piece of cheese, a mixture of goat cheese and mozzarella, quite a lot of it, but it didn’t taste greasy and unhealthy like all cheese actually tastes.

And for the life of me, I can’t lie in this bed during the day anymore. Sitting at a desk is less frustrating, but even that hurts. Despairing about the Master’s thesis is better than despairing about quarantine. Feeling stupid is better than feeling sick. Cognitive abilities diminish with physical ones, but focusing on the physical gives me anxiety, while forgetting could help me feel more serene. This week I forgot two online courses at once (this has never happened to me before). It’s happened before that I didn’t get around to writing to a friend on Sundays, but I was always aware of it. Yesterday I didn’t think about it for a second. And I missed a meeting with a writing group Friday night that I had signed up for two days before (it came back to me yesterday).

The last two nights I’ve been sweating profusely at night, so I hope that’s over soon. Does anyone know of any books written in captivity? I know „The Monstrous Room“ by E.E. Cummings, but unfortunately don’t have it with me. Someone also recommended the Schachnovelle by Stefan Zweig to me. Maybe I’ll research it tomorrow…

IIIIIII Tuesday, 19.10.2021

The moon has risen, the hot air balloons are up.

IIIIIIII Wednesday, 20.10.2021

Last day of quarantine. I have just finalised the second version of my Master’s thesis. Then I threw the clothes into the suitcase. I’m fine again. „Stop Making This Hurt“ by the Bleachers. Quarantine disco with headphones. Roulades for lunch, cake for supper. Where are the fireworks I’ve heard so many evenings?

Earlier my mobile beeped: „Emergency notification: Extreme“. The text behind it in Lithuanian. I got a fright. Bomb scare? Then the translation: „Very windy weather is expected on 21-22 October. Please take care of your safety and the safety of your relatives.“ I have no relatives here. Uncertainty waits outside.

„Oh God, we barely survived
Stop making this hurt
Just say goodbye like you mean it“

Tomorrow someone lands for me like fate – probably not gently.

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