Reisen

Erasmus Vilnius 15 – Cat Café, Kaffee mit Katzen / Cat Café, coffee with cats

See below for the English version.

„Ich würde heute gerne in ein gemütliches Café gehen“, sagte ich heute Mittag zu meiner Zimmergenossin auf Englisch. „Wo ich lesen und schreiben kann. Kennst du ein gemütliches Café?“
„Magst du Tiere?“, fragte sie.
„Ja.“
„Katzen?“
Ich nickte.
„Es gibt ein Café mit Katzen. Nicht weit von hier, vielleicht 20 Minuten zu Fuß. Nahe der Kathedrale.“
Ich war begeistert, packte meine Sachen – Handy, Portemonnaie, E-Book, Notizbuch, Mäppchen – und los ging’s. Seit drei Tagen regnet es. Es ist kälter geworden, unter zehn Grad. Ich habe mir Vitamin-D-Tabletten gekauft. Morgen sollte die Heizung angehen, ich glaube aber nicht daran.  
Schon an der Haustür des Wohnheims begegnete mir eine Katze:

Heute war der perfekte Tag für ein Café. Ein Café an einem grauen Sonntag wie diesem kann so schön sein, noch schöner als an einem sonnigen Tag draußen zu sitzen. Auf dem Weg kam ich an einem Zelt vorbei, in dem eine Messe abgehalten wurde, ich tippte auf eine buddhistische.

Ich lief eine Straße zum ersten Mal entlang.

Menschenleere Gasse.

An der Kathedrale vorbei, kam ich auf die Gediminas Avenue, wo sich das Café befindet und heute ein Markt mit Konzertbühne stattfand.

Das Café lag vor der ersten Straßenecke. Als ich eintrat, wurde ich direkt empfangen. Ich sollte blaue Plastiksocken über die Schuhe ziehen, mir die Hände waschen und die Katzen nicht mit Blitz fotografieren. Alles klar. Ich durfte an einem in einer Ecke gelegenen Zweiertisch Platz nehmen.

Show me slowly what I only know the limits of, kam aus den Lautsprechern. Drei Katzen hatten es sich in dem Kratzbaum in der Mitte des Raums gemütlich gemacht.

Ich bestellte eine heiße Schokolade. Eine Katze nahm mir gegenüber Platz.

Eine andere Katze sprang auf den Schrank.

Die Schokolade wurde mir gebracht, pure Schokolade mit einem zergehenden Marshmallow in der Mitte, was für ein Genuss!

Prost.

Ich schrieb ein Gedicht:

Katzen sind Teddys mit Masken,
dein Gegenüber im Café,
die Klavierspieler, die mit Basken-
mützen tanzen, zum hohen Zeh

springt eine, schwappt Anis,
liebkosen sie dich, rau.
Jede trägt einen Schnurrbart Dalis,
jede trinkt ihre Milch mit Kakao.

Danach las ich „Harry Potter“ weiter. Ich hatte den ersten Band am Freitag angefangen, als ich mich nicht nach draußen in die regnerisch kalte Dämmerung wagte. Jetzt mit 24 in Vilnius ist vielleicht die richtige Zeit dafür gekommen, für diese andere Welt, die ich als Kind im Nachhinein so gerne betreten hätte und bei der ich nie mitreden konnte. Jetzt habe ich Zeit und es ist schön, sich in einer neuen Welt in eine wiederandere Welt flüchten zu können.

Schnell war ich im nächsten Kapitel versunken und nahm die Katzen um mich herum wenig war. Ab und zu kam eine zu mir.

Wie schön, ein paar Katzen zu streicheln.

Auf der Toilette hing ein Bild, auf dem ich die ein oder andere Katze wiedererkannte.

Ein paar Katzen waren nach unten Richtung Toilette geflüchtet, ihnen war der Trubel oben wohl zu viel.

Auch ich ging nach zwei Stunden, die ich sehr genossen hatte!

Tschüss, ihr Lieben.

„I would like to go to a cosy café today,“ I said to my roommate in English at noon. „Where I can read and write. Do you know a cosy café?“
„Do you like animals?“ she asked.
„Yes.“
„Cats?“
I nodded.
„There’s a café with cats. Not far from here, maybe 20 minutes walk. Near the cathedral.“
I was excited, packed my things – mobile phone, wallet, e-book, notebook, pencil case – and off I went. It has been raining for three days. It has become colder, below ten degrees. I bought myself vitamin D tablets. Tomorrow the heating should come on, but I don’t believe in it. 
I already met a cat at the front door of the dormitory:

Today was the perfect day for a café. A café on a grey Sunday like this can be so nice, even nicer than sitting outside on a sunny day. On the way, I passed a tent where a mass was being held, I guessed a Buddhist one.

I walked down a street for the first time.

Empty alley.

Passing the cathedral, I came to Gediminas Avenue, where the café is located and today there was a market with a concert stage.

The café was in front of the first street corner. When I entered, I was welcomed straight away. I was told to put blue plastic socks over my shoes, wash my hands and not to take flash photos of the cats. All right. I was allowed to sit at a table for two in a corner.

Show me slowly what I only know the limits of, came from the loudspeakers. Three cats had made themselves comfortable in the cat tree in the middle of the room.

I ordered a hot chocolate. One cat took a seat opposite me.

Another cat jumped onto the cupboard.

The chocolate was brought to me, pure chocolate with a melting marshmallow in the middle, what a treat!

Cheers.

I wrote a poem:

Cats are teddy bears with masks,
your counterpart in the café,
the piano players, who dance with
berets, to the high toe

one jumps, anise sloshes,
they caress you, rough.
Each one wears a moustache of Dali’s
each one drinks her milk with cocoa.

After that I continued reading „Harry Potter“. I had started the first volume on Friday, when I didn’t dare go outside into the rainy cold twilight. Now at 24 in Vilnius, maybe it’s the right time for it, for that other world that I would have loved to enter as a child in hindsight and never had a say about. Now I have time and it’s nice to be able to escape into a new world in a different world again.

I was quickly absorbed in the next chapter and took little notice of the cats around me. Some of them came to me.

How nice to pet a few cats.

There was a picture on the toilet where I recognised some of the cats.

A few cats had fled downstairs towards the toilet, the hustle and bustle upstairs was probably too much for them.

I also left after two hours, which I had enjoyed very much!

Goodbye, my darlings.

Ein Kommentar

  • Ehrenlehrer

    Harry Potter ist für diesen – so klingt es jedenfalls – beinahe schon magischen Ort natürlich die bestmögliche Lektüre: Auch in Hogwarts, besonders im ersten Buch, läuft dem Leser die eine oder andere Katze über den Weg. Und die Autorin hat den ersten Band in einem Café in Edinburgh geschrieben. Wer weiß? Vielleicht sind Cafés einfach gemütliche Orte für gute Ideen. Lassen wir uns also ein wenig inspirieren…

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