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Erasmus Vilnius 14 – Quarkball, Mr. Pub und ein Paket aus Deutschland / Curd ball, Mr. Pub and a package from Germany

See below for the English version.

Das Quarkbällchen war riesig. Es gab es noch einmal in einer mit Puderzucker bestreuten Form. Ich biss hinein. Es triefte vor Fett, ansonsten schmeckte es wie ein Quarkbällchen. Ich drehte den Teller, um es ohne den Biss zu fotografieren.

Ich aß es mit Cozy, meiner Austauschpartnerin aus der Schule, im Café des riesigen Einkaufszentrums Ozas, das mir bekannt vorkam. Es liegt nahe dem Lyzeum, Cozys alter Schule (die kurz vor der Pandemie umgebaut worden war), vermutlich war ich während des Schüleraustauschs schon mal hier gewesen. Die Schule würde ich später nicht wiedererkennen.

Neben mir stand ein Paket aus Deutschland, mit Herzgeschenkpapier verziert. Es hatte über eine Woche gebraucht, bis es mich erreichte. Der Absender hatte es an Cozys Adresse geschickt. Zuerst tauchten missglückte Zustellversuche in der Online-Paketverfolgung auf. Cozy meinte, ich solle mir noch keine Sorgen machen, normalerweise bekomme sie einen Zettel in den Briefkasten und das könne länger dauern als in Deutschland. Als der Zettel nicht kam, nahm sie mit dem Briefträger Kontakt auf und verabredete sich mit ihm im Einkaufszentrum. Ich schloss mich der Verabredung an.

Als Cozy mir auf der Treppe des Einkaufszentrums entgegenkam, hielt sie das Handy ans Ohr. Der Briefträger wartete drinnen auf uns. Mit dem Paket. Cozy ließ ihn es mir geben. Es fiel mir fast aus der Hand, so schwer war es.

Und dann tranken Cozy und ich noch einen Kakao und einen Kaffee und aßen zwei Quarkbälle. Ich konnte kaum erwarten, das Paket zu öffnen …

Abends besuchte ich mit ein paar Leuten aus dem Wohnheim „Mr.Pub“ nahe der Kathedrale. Es handelt sich um eine gemütliche Bar mit Bierpong-Tischen, einem Tischkicker, Sofas, einem Klavier und einem Club in der oberen Etage. Die Musik hält für Pianisten nicht an. Es gibt auch 7 Up und Cola, leider keinen Saft.

Eine sehr positive Safterfahrung hatte ich eine Woche zuvor in einer anderen Bar, der Būsi trečias. Witziger Name, fällt mir gerade auf. Jeder Saft kostet dort nur einen Euro und die Auswahl reicht von Cranberry- bis Grapefruitsaft. Perfekt für mehrere solcher Drinks. Ich saß neben einem Kamin mit Fakefeuer. Kalt war es trotzdem nicht. Die obere Etage eignet sich mit ihren langen Tischen und ihrem geringeren Geräuschpegel gut für Gruppenbesuche. Selbst oben fühlt man sich zumindest nachts wie in einem Backsteinkeller.

Und jetzt verrate ich endlich, was in dem Paket war: Erstens, ein Heizofen! Damit können die kalten Tage und Nächte kommen. Zweitens, Tortellini, Gnocchi und Ravioli! Essen aus den Supermärkten in Deutschland fehlt mir mit am meisten. Drittens fand ich in dem Paket Brotaufstriche. Leider waren vier von fünf veganen Aufstrichen trotz Zeitungspapier kaputtgegangen, nur der Bruschetta-Aufstrich nicht, aber ich freute mich unheimlich über das Gesamtpaket. Labai ačiū, lieber Absender!

The curd ball was huge. There was another one in a mould sprinkled with icing sugar. I took a bite. It was dripping with fat, otherwise it tasted like a quark ball. I turned the plate to photograph it without the bite.

I ate it with Cozy, my exchange partner from school, in the café of the huge Ozas shopping centre, which looked familiar. It’s near the Lyceum, Cozy’s old school (which had been rebuilt just before the pandemic), I had probably been here before during the student exchange. I would not recognise the school later.

Next to me was a parcel from Germany, decorated with heart-shaped wrapping paper. It had taken over a week for it to reach me. The sender had sent it to Cozy’s address. At first, failed delivery attempts showed up in the online parcel tracking. Cozy told me not to worry yet, she usually gets a note in the mailbox and that could take longer than in Germany. When the note didn’t come, she contacted the postman and arranged to meet him at the shopping centre. I joined the appointment.

When Cozy met me on the stairs of the mall, she held the mobile phone to her ear. The postman was waiting for us inside. With the package. Cozy let him hand it to me. It almost fell out of my hand, it was so heavy.

And then Cozy and I had another cocoa and a coffee and ate two curd balls. I could hardly wait to open the package …

In the evening I visited „Mr.Pub“ near the cathedral with some people from the dorm. It is a cosy bar with beer pong tables, a foosball table, sofas, a piano and a club on the upper floor. The music doesn’t stop for pianists. There is also 7 Up and Coke, unfortunately no juice.

I had a very positive juice experience a week earlier in another bar, the Būsi trečias. Funny name, I just noticed. Each juice there costs only one euro and the selection ranges from cranberry to grapefruit juice. Perfect for several such drinks. I sat next to a fireplace with a fake fire. Still, it wasn’t cold. The upper floor, with its long tables and lower noise level, is good for group visits. Even upstairs, at least at night, you feel like you’re in a brick cellar.

And now I finally reveal what was in the package: First, a heater! So the cold days and nights can come. Secondly, tortellini, gnocchi and ravioli! Food from the supermarkets in Germany is one of the things I miss the most. Thirdly, I found spreads in the package. Unfortunately, four out of five vegan spreads were broken despite the newspaper, only the bruschetta spread wasn’t, but I was incredibly happy about the overall package. Labai ačiū, dear sender!

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