Auslandsjahr Vilnius

#31 Unikurse des Herbstsemesters / University courses of the autumn semester

See below for the English version.

Den ganzen Januar über habe ich frei, während andere in Vilnius Klausuren schreiben (im Januar ist die offizielle Klausurenphase). Im Herbstsemester habe ich extra Kurse gewählt, in denen die Prüfungsleistungen schon im Dezember erbracht wurden. Drei Kurse musste ich nur bestehen, um die 330 Euro Erasmusstipendium im Monat zu behalten (bei nur 86€ Mietskosten im Monat ließ es sich damit gut auskommen). Auf der Internetseite der Universität Vilnius sind eine Menge Kurse aufgelistet, die auf Englisch gegeben werden. Das Angebot reicht von Arabischer Literatur über Kriminologie bis hin zu Astrobiologie. Cool dabei ist, dass man in vielen Fällen nicht etwa Psychologie studieren muss, um Psychologiekurse zu belegen. Man kann einfach mal in das hineinschnuppern, wovon man immer schon mal wissen wollte, wie es sich studiert. Einzige Vorgabe ist, dass 50% der belegten Kurse derjenigen Fakultät angehören, an der man als Erasmusstudent*in eingeschrieben ist. Das ist bei mir die Philosophische Fakultät, die unter anderem Psychologiekurse anbietet. Für mein Masterstudium zu Hause standen schon vor meinem Auslandsaufenthalt nur noch die Masterarbeit und das Berufsfeldpraktikum offen, so konnte ich mir ohnehin keinen Kurs in Vilnius anrechnen lassen und frei nach Interesse wählen.

Vorweg: Insgesamt sind die Kurse in Vilnius sehr verschult. Die Professor*innen wirken eher streng, sind es aber nicht. Der Arbeitsaufwand erscheit zuerst hoch, ist er dann aber nicht. Die Noten setzen sich, anders als häufig in Deutschland, nie nur aus einer, sondern aus mehreren Prüfungsleistungen (z. B. Klausur, Präsentation, Essay) zusammen. Auf mündliche Teilnahme wird Wert gelegt, Anwesenheit vorausgesetzt (wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie in meinen Kursen kontrolliert wurde). Die Themenwahl und Gestaltung von Essays und Präsentationen habe ich als sehr frei erlebt, inhaltlich gab es oft keine klaren Vorgaben, was für mich zuerst ungewohnt war, schließlich aber mehr als gut ausgegangen ist. Am Ende hagelte es jedes Mal Lob, die Ansprüche scheinen geringer als an meiner Heimatuni.

In den ersten beiden Wochen hatte ich Zeit, mir Kurse anzusehen und meinen Kursplan gegebenfalls noch einmal zu ändern. Zwei Tage nach meiner Ankunft beschloss ich, doch nicht wie geplant Litauisch zu lernen – Straßenschilder und Busansagen hatten mich abgeschreckt. Im Litauischen gibt es sieben Fälle und meine ehemalige litauische Austauschschülerin sagte, dass selbst sie manche Wörter nicht kenne. Selbst sie riet mir davon ab, die Sprache zu lernen. Auf einem Buchrücken in einem Antiquariat las ich, dass Litauisch die zweitschwerste Sprache der Welt sei. Außerdem kam ich mit Englisch bestens zurecht, nach diesem Jahr würde ich Litauisch höchstwahrscheinlich nie wieder brauchen. Drei Doppelstunden in der Woche plus intensives Vokabel- und Grammatiklernen wären mir, so wie zwei anderen Deutschen, die den Kurs nach einer bzw. einigen Wochen aufgaben, sicher zu viel geworden.

Mein Lieblingskurs zu Beginn war „Environmental Psychology“ (Umweltpsychologie). Der Kurs fand in Präsenz statt, es war das erste Mal seit eineinhalb Jahren, dass ich wieder an der Uni, in einem Seminarraum mit schmalen Tischreihen und herunterklappbaren Stühlen saß, eine ungeheure Wohltat (und die Stühle waren gepolstert!). Die junge Dozentin gab den Kurs das erste Mal und stellte mit klarer Stimme die Studienlage der Umweltpsychologie dar. Noch nie habe ich jemanden erlebt, der so ruhig und wenig lebendig sprach und dem ich doch so gut folgen konnte. Die Powerpoint-Präsentationen waren mit eingeschobenen YouTube-Videos interessant aufbereitet. Seminar und Vorlesung wechselten sich wöchentlich ab, sodass die Sitzungen nicht nur frontal, sondern auch interaktiv gestaltet waren.
In einer der Sitzungen sollten wir etwa über unsere Bedürfnisse (Freiheit, Sicherheit, Wohlstand, Ästhetik etc.) reflektieren und diese in eine Rangfolge bringen. Anhand dessen sollten wir überlegen, inwiefern Maßnahmen gegen den Klimawandel diese Bedürfnisse bedrohen und wie solche Maßnahmen in der Bevölkerung durch kompensatorische Maßnahmen Anklang finden könnten. Ein Beispiel: Zwar kostet die Begrünung unserer Stadt auf der einen Seite Geld, auf der anderen könnte sie unser Bedürfnis nach Ästhetik befriedigen und unserer Gesundheit guttun (im Sommer wird es in Städten zum Teil um die zehn Grad heißer als in benachbarten ländlichen Gebieten, dem könnte mit bepflanzten Dächern entgegengewirkt werden).
Wer wie ich wissen will, ob Stadtkinder oder Landkinder im Schnitt umweltbewusster sind, was ein Naturbild in unserem Büro für einen Effekt auf unserer Wohlbefinden haben kann und welche psychischen Erkrankungen mit dem Großstadtleben zusammenhängen, sollte diesen Kurs besuchen. Einen guten ersten Einblick bietet auch die Review von Gifford (2014) „Environmental Psychology Matters“. Außerdem empfehle ich an dieser Stelle das Buch „Psychologie im Umweltschutz“ von Hamann, Baumann und Löschinger, das im Internet als PDF kostenlos heruntergeladen werden kann – darüber hatte ich schon vorher einiges über Umweltpsychologie gelernt.
Da im Januar eine Klausur geschrieben wurde, habe ich den Kurs nicht offiziell belegt, durfte ihn aber trotz Pandemie besuchen, was sehr nett von der Dozentin war. Eine andere Prüfungsleistung war ein Gruppenprojekt zu einer psychologischen Maßnahme gegen den Klimawandel, das am Ende vorgestellt werden sollte. Nach einem längeren Fernbleiben von dem Kurs aufgrund von Reisen, Krankheit, Quarantäne und Besuch aus Deutschland habe ich an diesen Projekten nicht mitgewirkt und mir den Rest des Kurses nicht angesehen, schade eigentlich.

Ein anderer interessant klingender Psychologiekurs war „Forensic Psychology“ (Forensische Psychologie). Der Kurs fand online statt, ich habe eine Stunde zugesehen (und in einer der nächsten Sitzungen sollte die Psychologin einer Feuerwehr einen Vortrag halten), habe den Kurs aber dann nicht gewählt, weil auch hier eine Klausur im Januar geschrieben werden sollte.

Stattdessen habe ich den Kurs „Posttraumatic Society“ (Posttraumatische Gesellschaft) belegt, in dem die Klausur schon im Dezember geschrieben wurde. Der Kurs fand in Präsenz statt und wurde von einer jungen, ebenfalls sehr netten Dozentin gegeben. Zu Beginn haben wir darüber reflektiert, wie uns Traumata unserer Familie und unserer Heimatländer geprägt haben. Das war vor allem deshalb sehr interessant, weil wir Kursteilnehmenden alle aus ganz verschiedenen Ländern kamen.
Vor dem Hintergrund der Geschichte Litauens, die von traumatischen Besatzungserfahrungen geprägt ist, haben wir uns mit litauischen, aber auch anderen europäischen Studien über traumabezogene Störungen befasst. Etwa 70% der Bevölkerung erlebt im Leben mindestens ein Trauma, wobei sich diese Häufigkeit zwischen Ländern kaum unterscheidet. Aber die Art der Traumata unterscheidet sich. In Litauen kam es anders als etwa in den USA noch nie zu einem Amoklauf – die Dozentin vermutet den Grund dafür darin, dass Litauer*innen Probleme weniger externalisieren, sondern internalisieren.
Transgenerationale Folgen von Traumata, der Unterschied zwischen stressigen und traumatischen Lebensereignissen, historische Begrifflichkeiten und Entdeckung der posttraumatischen Belastungsstörung, Enstehung und Symptome verschiedener trauma- und stressbezogener Störungen, posttraumatischer Wachstum, Traumata in der Kindheit und Auswirkungen der Coronapandemie auf psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen wurden anhand von Studien besprochen.
Die Endnote setzte sich aus einer Präsentation, einem Essay und der Klausur zusammen. Für die Präsentation und den Essay durften wir uns ein Thema aussuchen, das irgendwie mit traumabezogenen Störungen zusammenhängt. Ich habe über PTBS bei Feuerwehrleuten berichtet und geschrieben. Die einstündige Klausur hat mich mit vier Freitextaufgaben, von denen wir nur drei beantworten mussten, in die neunte Klasse zurückversetzt, als auf Tests noch schwammige Antworten möglich waren und für die man nicht lernen musste. Insgesamt habe ich auf den Kurs 10 von 10 möglichen Punkten bekommen.
Das Schönste an diesem Kurs war jedoch, anschließend mit einer Freundin bei „Jammi“ gegenüber essen zu gehen. Das war unser Donnerstagritual. „Jammi“ war der Vorteil davon, mit dem Trolleybus Nummer 2 nach Sauletekis zur Business School fahren zu müssen. Der vegetarische Kebab kostete nur 4,50€, mehr als der mit Fleisch, aber trotzdem fast so wenig wie Mittagessen in einer Unimensa in Deutschland. „Jammi“ war eine leckere Alternative zur Mensa, die es in Vilnius nicht gibt.

Mein zweiter offizieller war der online stattfindende Kurs „Ego-documents in the European context“ (Ego-Dokumente im europäischen Kontext). Der Begriff des Ego-Dokuments wurde erstmals von dem Historiker Jacques Presser (1899-1970) verwendet. Darunter werden alle Quellen gefasst, in denen der Autor oder die Autorin etwas von sich selbst preisgibt, wie in Briefen, Memoiren, Autobiografien und Tagebüchern. Auch Reiseberichte gehören dazu.
Zu Beginn waren drei Exkursionen geplant (in die Unibibliothek, das Genozidmuseum und noch ein Museum, das ich vergessen habe), aber nur die Exkursion in die Unibibliothek wurde gemacht. Schade, dass ich zu dem Zeitpunkt in Quarantäne war und sie verpasst habe.
Wir sollten ein, zwei Texte lesen, die langatmig besprochen wurden. Darüber hinaus hielt jede*r Kursteilnehmer*in eine fünfminütige Präsentation über ein Ego-Dokument seines oder ihres Heimatlands, so wurden im Laufe des Semesters Ego-Dokumente aus ganz Europa vorgestellt. Ich hielt eine Präsentation über Wolfgang Herrndorfs Blog „Arbeit und Struktur“, der sowohl im Internet kostenlos als auch in Buchform gelesen werden kann. Die andere Studienleistung beinhaltete das Verfassen eines eigenen, fünfseitigen Ego-Dokuments über die eigene Zeit in Vilnius. Auch in diesem Kurs habe ich 10 von 10 möglichen Punkten erreicht.

Mein dritter und letzter offizieller Kurs war „Environmental Ethics“ (Umweltethik), ein Philosophiekurs, der ebenfalls online stattfand. Ich wollte immer schon mal einen Philosophiekurs belegen und Umweltethik interessierte mich besonders. Insgesamt habe ich aber gemerkt, dass mir die Beantwortung von Fragen durch bloßes Nachdenken und die ein oder andere vorangegangene Theorie weniger liegt als eine empirische Wissenschaft wie Psychologie. Dennoch wurden interessante Fragen behandelt, über die es sich sicher nachzudenken lohnt: Sollte ich die von meiner Großmutter eingesetzte Pflanze im Garten entfernen, die jetzt verboten ist, weil sie die Biodiversität bedroht? Ist meine Katze mehr wert als das benachbarte, alte Ehepaar – wen würde ich eher töten? Solche Fragen wurden an uns Kursteilnehmende gerichtet, Fragen, die mir schwer fielen zu beantworten.
Zur Beantwortung derartiger Fragen wurden uns verschiedene Theorien vermittelt. Vorlesung und Seminar wechselten sich wöchentlich ab, im Seminar wurden Referate gehalten und die zuvor in der Vorlesung präsentierten Theorien wiederholt. Der Kurs fand nach dem Mittagessen statt, ich bin ein paarmal eingenickt. Einmal hatte ich Besuch und der ist es auch. Und ich weiß, dass von den Kursteilnehmenden nicht nur mir das passiert ist …
Anhand der Folien (Vorlesungsfolien wurden in jedem Kurs hochgeladen) konnte ich die Inhalte im Anschluss an die Vorlesung am besten nachvollziehen. Thematisch ging es vom Anthropozentrismus, der den Menschen beispielsweise aufgrund seiner Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, als wertvoller einstuft als andere Lebewesen, über Zoozentrismus und Sentientismus, die in Tieren als fühlende Wesen nicht weniger Wert sehen als in Menschen, hin zum Biozentrismus. Letzterer geht davon aus, dass allen Lebewesen, ob Mensch, Tier oder Pflanze, derselbe Wert innewohnt, da alle Lebewesen Interessen hätten, auch wenn sie sich dessen nicht bewusst seien.
Ökofeminismus war die nächste Theorie, die ich mit einer Freundin präsentierte, nachdem die Dozentin in der halben Stunde davor eigentlich schon alles darüber gesagt hatte. Wir sollten uns auf Karen Warrens zwanzigjähriges Paper „The Power and Promise of Ecological Feminism“ stützen. Ökofeminismus meint, dass es zwischen der Beherrschung der Frau und der Beherrschung der Natur Verbindungen gibt (Warrens Argumentation, weshalb, konnte ich gut nachvollziehen). Diese Verbindungen als Feminist*in oder Umweltaktivist*in zu ignorieren, sei unangemessen (was wir infrage stellten).
Die letzte behandelte Theorie war der Ökozentrismus, der den Erhalt des Ökosystems als am wichtigsten begreift. Für diesen sei es ethisch vertretbar, Leben, das dem im Wege stände, zu vernichten.
Im Laufe des Semesters sollten wir drei kurze und einen längeren Essay schreiben, wobei ich selbst für den längeren nicht mehr als vier Stunden brauchte. Der erste sollte das Handeln eines Umweltaktivisten oder einer Umweltaktivistin unseres Heimatlandes in Beziehung mit den bereits kennengelernten Theorien setzen. Im zweiten sollten wir über ein Beispiel für eine umweltpolitisch umstrittene Entscheidung in unserem Heimatland berichten. Aufgabe des dritten Aufsatzes war es, zu erläutern, welche der kennengelernten Theorien wir am besten und weniger gut belegt fänden. Im Abschlussessay sollten wir für ein selbst ausgewähltes, umweltbezogenes Verhalten (z. B. Reaktionen auf die Erderwärmung) aus Theorien abgeleitete Argumente und Gegenargumente anbringen und uns schließlich für eine Position entscheiden. Auf alle Aufsätze und die Präsentation bekam ich zehn Punkte, aber für die mündliche Teilnahme keinen Extrapunkt, sodass ich mit 9 von 10 Punkten aus diesem Kurs ging, immer noch einem Sehr gut.

Und als ich nun auch auf die Masterarbeit, die ich in Vilnius fertigschrieb, die Bestnote bekam, war klar: Notentechnisch hat mir der Auslandsaufenthalt Glück gebracht. Aber nicht nur Glück. Kreativ wird man im entspannten Wachzustand, hat ein Professor einmal gesagt. Inspiration und gute Gedanken kommen auf Reisen, man gewinnt Distanz. Und etwas gelernt habe ich dabei auch.

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I have the whole of January off while others are writing exams in Vilnius (January is the official exam period). In the autumn semester, I chose extra courses in which the exams were already taken in December. I only had to pass three courses in order to keep the €330 Erasmus scholarship per month (with only €86 in rent costs per month, it was easy to get by). The Vilnius University website lists a lot of courses taught in English. The courses range from Arabic literature to criminology to astrobiology. The cool thing is that in many cases you don’t have to study psychology to take psychology courses. You can simply get a taste of what you’ve always wanted to know about how to study. The only requirement is that 50% of the courses taken belong to the faculty in which you are enrolled as an Erasmus student. In my case, this is the Faculty of Philosophy, which offers psychology courses, among other things. Even before my stay abroad, the only courses open for my Master’s degree at home were the Master’s thesis and the professional internship, so I couldn’t get credit for any course in Vilnius anyway and could choose freely according to my interests.

First of all: Overall, the courses in Vilnius are very school-like. The professors seem rather strict, but they are not. The amount of work seems high at first, but it is not. Unlike in Germany, the grades never consist of just one exam, but of several (e.g. written exam, presentation, essay). Oral participation is emphasised, attendance is a prerequisite (although I’m not sure whether it was checked in my courses). I experienced the choice of topics and the design of essays and presentations as very free, there were often no clear guidelines in terms of content, which was unusual for me at first, but eventually turned out more than well. In the end, I received praise every time; the demands seem lower than at my home university.

In the first two weeks, I had time to look at courses and change my course plan again if necessary. Two days after my arrival, I decided not to learn Lithuanian as planned – street signs and bus announcements had put me off. There are seven cases in Lithuanian and my former Lithuanian exchange student said that even she didn’t know some of the words. Even she advised me against learning the language. I read on the spine of a book in an antique shop that Lithuanian was the second most difficult language in the world. Besides, I was doing fine with English, after that year I would most likely never need Lithuanian again. Three double lessons a week plus intensive vocabulary and grammar learning would have been too much for me, like two other Germans who gave up the course after one or a few weeks.

My favourite course at the beginning was Environmental Psychology. The course took place in presence, it was the first time in one and a half years that I sat at the university again, in a seminar room with narrow rows of tables and fold-down chairs, a tremendous relief (and the chairs were padded!). The young lecturer gave the course for the first time and presented the study situation of environmental psychology in a clear voice. I have never experienced someone who spoke so calmly and not very vividly and yet I could follow so well. The PowerPoint presentations were interestingly prepared with YouTube videos inserted. Seminar and lecture alternated weekly so that the sessions were not only frontal but also interactive.
In one of the sessions, we were asked to reflect on our needs (freedom, security, prosperity, aesthetics, etc.) and rank them. On the basis of this, we were asked to consider to what extent measures against climate change threaten these needs and how such measures could find favour with the population through compensatory measures. For example: although greening our city costs money on the one hand, it could satisfy our need for aesthetics and protect our health on the other (in summer, it sometimes gets ten degrees hotter in cities than in neighbouring rural areas, which could be counteracted with planted roofs).
Anyone who, like me, wants to know whether city children or rural children are more environmentally aware on average, what effect a nature image in our office can have on our well-being and which mental illnesses are linked to city life should attend this course. The review by Gifford (2014) „Environmental Psychology Matters“ also offers a good first insight.
Since an exam was written in January, I did not officially take the course, but was allowed to attend it despite the pandemic, which was very nice of the lecturer. Another exam performance was a group project on a psychological measure against climate change, which was to be presented at the end. After a long absence from the course due to travel, illness, quarantine and visiting from Germany, I did not participate in these projects and did not watch the rest of the course, a shame really.

Another interesting sounding psychology course was Forensic Psychology. The course was held online, I watched one hour (and in one of the next sessions the psychologist of a fire brigade was supposed to give a lecture), but then did not choose the course because there was also an exam to be written in January.

Instead, I took the Posttraumatic Society course, in which the exam was already written in December. The course took place in presence and was given by a young, also very nice lecturer. At the beginning, we reflected on how traumas from our family and our home countries have shaped us. This was very interesting because we all came from very different countries.
Against the background of Lithuania’s history, which is marked by traumatic experiences of occupation, we looked at Lithuanian, but also other European studies on trauma-related disorders. About 70% of the population experiences at least one trauma in their lifetime, and this frequency hardly differs between countries. But the nature of the trauma differs. In Lithuania, unlike in the USA, for example, there has never been a killing spree – the lecturer suspects that the reason for this is that Lithuanians do not externalise problems so much as they internalise them.
Transgenerational consequences of trauma, the difference between stressful and traumatic life events, historical terminology and discovery of post-traumatic stress disorder, development and symptoms of various trauma- and stress-related disorders, post-traumatic growth, trauma in childhood and effects of the corona pandemic on mental illness in children and adolescents were discussed on the basis of studies.
The final grade consisted of a presentation, an essay and the written exam. For the presentation and essay, we were allowed to choose a topic that was somehow related to trauma-related disorders. I reported and wrote about PTSD in firefighters. The one-hour written exam took me back to ninth grade with four free-text questions, of which we only had to answer three, when squishy answers were still possible on tests and you didn’t have to study for them. Overall, I got 10 out of a possible 10 points on the course.
The best part of the course, however, was going out to eat with a friend at „Jammi“ across the street afterwards. That was our Thursday ritual. „Jammi“ was the benefit of having to take the number 2 trolley bus to Sauletekis to the Business School. The vegetarian kebab was only 4.50€, more than the one with meat, but still almost as little as lunch in a Unimensa in Germany. „Jammi“ was a delicious alternative to the Mensa, which is not available in Vilnius.

My second official one was the online course Ego-documents in the European context. The term first-person document was first used by the historian Jacques Presser (1899-1970). It includes all sources in which the author reveals something about himself or herself, such as letters, memoirs, autobiographies and diaries. Travelogues are also included.
At the beginning, three excursions were planned (to the university library, the genocide museum and another museum that I have forgotten), but only the excursion to the university library was made. Too bad I was in quarantine at the time and missed it.
We were supposed to read one or two texts, which were discussed at length. In addition, each student gave a five-minute presentation on a first-person document from his or her home country, so first-person documents from all over Europe were presented during the semester. I gave a presentation on Wolfgang Herrndorf’s blog „Arbeit und Struktur“ (Work and Structure), which can be read for free on the internet as well as in book form. The other coursework involved writing my own five-page first-person document about my own time in Vilnius. I scored 10 out of a possible 10 points in this course as well.

My third and last official course was Environmental Ethics, a philosophy course that was also online. I had always wanted to take a philosophy course and environmental ethics interested me. Overall, however, I realised that answering questions through mere reflection and one or two previous theories is less to my liking than an empirical science like psychology. Nevertheless, interesting questions were addressed that are certainly worth thinking about: Should I remove the plant my grandmother put in my garden, which is now banned because it threatens biodiversity? Is my cat worth more than the neighbouring old couple – who would I rather kill? Such questions were addressed to us course participants, questions that I found difficult to answer.
To answer such questions, we were taught various theories. Lecture and seminar alternated weekly, in the seminar presentations were given and the theories previously presented in the lecture were repeated. The course took place after lunch, I dozed off a few times. Once I had a visitor and he did. And I know that of the course participants, it wasn’t just me who had this happen …
Using the slides (slides were uploaded in each course), I was able to comprehend the contents best after the lecture. Thematically, it went from anthropocentrism, which classifies humans as more valuable than other living beings, for example, because of their ability to make decisions, to zoocentrism and sentientism, which do not see less value in animals as sentient beings than in humans, to biocentrism. The latter assumes that all living beings, whether human, animal or plant, have the same inherent value, since all living beings have interests, even if they are not aware of them.
Ecofeminism was the next theory I presented with a friend, after the lecturer had actually said everything about it in the half hour before. We were to draw on Karen Warren’s twenty year old paper, The Power and Promise of Ecological Feminism. Ecological feminism suggests that there are connections between the domination of women and the domination of nature (I could see Warren’s reasoning why). Ignoring these connections as a feminist or environmentalist is inappropriate (which we questioned).
The last theory discussed was ecocentrism, which sees the preservation of the ecosystem as most important. For this theory, it is ethical to destroy life that gets in the way of this.
Over the course of the semester, we were asked to write three short essays and one longer essay, though even the larger one took me no more than four hours. The first was to relate the actions of an environmental activist in our home country to the theories we had already learnt about. In the second, we were to report on an example of an environmentally controversial decision in our home country. The task of the third essay was to explain which of the theories we had learnt about we found best and least well supported. In the final essay, we were to present arguments and counter-arguments derived from theories for a self-selected, environment-related behaviour (e.g. reactions to global warming) and finally decide on a position. I got ten points on all the essays and the presentation, but no extra points for the oral participation, so I left this course with 9 out of 10 points, still a very good.

And when I also got the top mark for the Master’s thesis that I completed in Vilnius, it was clear that, grade-wise, the stay abroad had brought me luck. But not only luck. A professor once said that you become creative when you’re relaxed and awake. Inspiration and good thoughts come when you travel, you gain distance. And I also learned something along the way.



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