Dicke Schinken
Die Begegnungen, Beziehungen und Freundschaften in meinem Leben lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Über die meisten ließe sich ein Gedicht schreiben. Über einige eine Kurzgeschichte. Über manche eine Erzählung. Und über ein paar ein Roman, unterschiedlich lang und unterschiedlich weit fortgeschritten:
Es gibt Romane in meinem Leben, die schon geschrieben sind. Romane, in denen wir uns am Ende oder im Epilog befinden. Romane, bei denen ich immer noch im Hauptteil bin, mit kontinuierlicher Spannung; von denen ich hoffe, dass noch etwas Bedeutendes kommt, eine weitere wichtige Szene oder Wendung, mit der ich etwas über mich selbst lerne, an der ich wachse und mich entfalte. Die Entwicklung der Protagonistin erfolgt über die Erfahrungen mit anderen.
Es gibt Romane in einem sich hinziehenden, retardierenden Moment. Solche, bei denen ich mich am Ende nach einem zweiten Band sehne, wobei es verschiedene Gründe geben mag, warum dieser auf sich warten lässt. Buchreihen entstehen aus einem Ende und Neuanfang, womöglich mit einem Cliffhanger dazwischen.
Es gibt Romane, die gerade erst beginnen, von denen ich aber schon ahne, dass sie ein Roman werden. Andere, bei denen ich auf den ersten Seiten noch nicht dachte, dass sie sich überhaupt zu einem Buch entwickeln würden. Es gibt Romane, die schon hunderte Seiten umfassen und von denen ich dennoch annehme, dass sie noch recht am Anfang sind, da wir die weitere Handlung – den Hauptteil – noch planen.
Und dann gibt es noch diejenigen, die unaufgeregt dahinplätschern, die ich so gerne im Rückblick lese und die ich weiterschreibe bis zum Schluss.


