Gedanken & Texte

Nach Hause kommen

Manchmal komme ich nach Hause, obwohl es nicht mein Zuhause ist, nicht das Zimmer, das ich miete oder der Raum, an dessen Tür Striche anzeigen, wie ich über die Jahre gewachsen bin. Gestern bin ich bei dir nach Hause gekommen. Deine Wohnung hat sich in dem halben Jahr, in dem ich weg war, nicht verändert. Sie besitzt noch denselben Geruch nach warmem Fell, denselben Einfall der Sonne im dritten Stock, dieselben Küchenutensilien, unaufgeräumt am richtigen Platz. Wir haben gekocht, zwei Teller gegessen, Bionade getrunken, sind hinunter in den Hinterhof gegangen, zum Gras, in dem ich gefühlt Jahre verbracht habe, aber vielleicht waren es auch nur Tage, vielleicht Stunden, vielleicht saßen wir nur am Tisch oder auf der Picknickdecke mit Phase 10, mit Hausaufgaben, ja, Matheaufgaben, die Schildkröten haben sich gepaart und dabei gepiepst und wir gespielt.

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